leonie stein

Was motiviert dich politisch aktiv zu sein?
Der Drang danach, die unendlich vielen Ungerechtigkeiten, auf die ich andauernd stoße, entschlossen, konsequent und nachhaltig zu bekämpfen. Wie, dass nicht alle, die hier leben, auch die Chance haben unsere politische Zukunft mitzugestalten, dass Profite ständig Priorität vor Menschenleben haben, dass nicht jede*r den gleichen Lohn für die gleiche Arbeit bekommt, dass Diskriminierungsformen wie Rassismus, Sexismus, Homo- und Transphobie und viele weitere nicht nur immer noch salonfähig, sondern auch so tief im System verankert sind, dass es (mir) nicht reicht, dagegen zu demonstrieren, ich möchte sie mithilfe von politischem Aktivismus, mithilfe von LINKS an der Wurzel anpacken.

Was sind deine Schwerpunktthemen und warum?
Eines meiner Schwerpunktthemen ist das Anstreben von Gleichberechtigung von FLINT*-Personen, da gegen die systemische Unterdrückung dieser (mehr) politischer Widerstand geleistet werden muss. Ein weiterer Schwerpunkt ist für mich Bildung, da man* meiner Meinung nach dort mit dem Verändern ansetzen kann und muss. Durch meine Tätigkeit mit Personen mit Flucht- und Migrationshintergrund ist auch Asylpolitik mir ein großes Anliegen.

Was sind Herausforderungen in deinem Grätzl?
In meinem Grätzl stellen auf jeden Fall die hohen Mietpreise die größte Herausforderung dar, die darin resultiert, dass vor allem ältere Personen mit alten Mietverträgen darin wohnen. Dass die meisten Wohnhäuser nicht barrierefrei und unsaniert sind, führt besonders für diese wiederum zu weiteren Problemen. Durch die hohe Anzahl an Schulen, die Plätze für Personen mit Behinderungen anbieten, fällt zusätzlich auf, wie schlecht die Integration in solchen tatsächlich funktioniert.

Welche Herausforderungen siehst du in Wien? Was möchtest du konkret verändern?
In Wien sind für mich die größten Herausforderungen, dass Wohnen unleistbar (geworden) ist, dass bestimmten Personengruppen wie zum Beispiel Frauen quasi vorbestimmt ist, von Altersarmut betroffen zu sein und, dass Integration von Personen mit Behinderungen, Flucht- oder Migrationshintergrund und weiteren Gruppen nicht funktioniert. Darüber hinaus möchte ich ändern, dass Kinder durch das Bildungsniveau ihrer Eltern oder ihre Herkunft ungleiche Chancen haben, dass nicht jede FLINT*-Person Platz in bestimmten, von der Stadt Wien geleiteten Einrichtungen wie Frauenhäusern, Gewaltschutzzentren oder Obdachloseneinrichtungen haben und vieles mehr.

In welchem Wien möchtest du bei der nächsten Wahl 2025 leben?
2025 möchte ich in einem Wien leben, in dem alle, die in Wien leben, ein Wahlrecht haben, in dem es einen Mindestlohn sowie ein existenzsicherndes Einkommen für Personen mit keinem oder geringem Einkommen gibt, in dem in der Politik der Mensch und sein Wohlbefinden anstatt des Profits im Vordergrund steht, in dem Reproduktionsarbeit kollektiviert und vergesellschaflicht ist, in dem leistbare Mietwohnungen statt Eigentumswohnungen für Superreiche gebaut werden, in dem es eine Vermögens- sowie Erbschaftssteuer gibt, kurz: in dem es allen gleich gut, und zwar sehr gut geht.

 

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