himali pathirana

Was motiviert dich politisch aktiv zu sein?
Politik geht uns alle was an. Wenn wir unzufrieden mit den aktuellen politischen und sozialen Verhältnissen sind, kann man entweder nichts tun und sich darüber beschweren oder versuchen etwas an der Situation zu verändern. Ich wähle letzteres. Jede*r kann etwas dazu beitragen – sei es im Kleinen. Mich motiviert der Gedanke, dass wir viele sind, die gemeinsam versuchen Dinge zum Besseren zu wenden – nämlich für alle.

Was ist eine Aktion oder ein politisches Ereignis, das für dich prägend war?
Die Teilnahme an den Demos gegen Rechts, insbesondere gegen den WKR Ball waren für mich sicherlich jene zivilgesellschaftlichen Aktionen die mich bewegt haben. Laut zu sein, nicht klein bei zu geben, Sitzblockaden gemeinsam mit Gleichgesinnten – das war verbindend und prägend.
Es waren ebenso internationale politische Ereignisse (von 9/11 und die darauffolgenden Kriege, Ende Bürgerkrieg Sri Lanka, Syrienkrieg, Wahl von Obama sowie Trump), die mich politisiert haben. In jüngster österreichischer Geschichte waren es folgende politischen Ereignisse: die Bundespräsidentschaftswahl (Duell Hofer vs. Van der Bellen), ÖVP Koalition mit FPÖ und der Ibiza Skandal.

Was sind deine Schwerpunktthemen und warum?
Ich kandidiere für LINKS weil ich Verantwortung übernehmen möchte. Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten und mich bei LINKS verstärkt für Minderheitenrechte, Antirassismus und Diversity einsetzen. Warum? Ich möchte als Frau und als Person of Colour eine Vorbildfunktion für andere sein.
Ich hatte dank meiner Eltern das Privileg eine gute Schule zu besuchen und in weiterer Folge einen Universitätsabschluss zu erlangen. Gefühlt standen mir immer alle Türen offen. Ich möchte gern mein Privileg nutzen anderen Mut zu machen sich nicht unterkriegen zu lassen aufgrund von Herkunft, Hautfarbe, Religion, sexueller Orientierung oder anderer Zuschreibungen. Eine Stimme für all jene sein, die keine haben.

Was sind die Herausforderungen in deinem Grätzl?
Die klassischen Herausforderungen im 9. Bezirk sind die selben wie in vielen anderen Bezirken: Leistbares Wohnen, mehr Grünflächen (und Zugang zu diesen), Verkehrsberuhigung und fahrradfreundliche Straßen.
Aber auch das Thema Wahlrecht für alle: 13,2 % der Wiener*innen kommen aus EU Staaten und sind zumindest auf Bezirksebene wahlberechtigt. Jedoch nutzen nur ca. 1/5 davon dieses Recht. Im 9. Bezirk sind 18,7% EU-Bürger*innen. Wie schaffen wir es diese Menschen zu erreichen und miteinzubeziehen? Das ist unsere Herausforderung.
Unsere Bezirksgruppe möchte des Weiteren und gerade auch deswegen als langfristiges Ziel ein Community Center aufbauen: ein konsumfreier Raum, wo alle willkommen sind (der Zusammenhang Covid-19 und beengte Wohnflächen zeigt wie wichtig ein solcher Raum ist).

Welche Herausforderungen siehst du in Wien? Was möchtest du konkret verändern?
Herausforderung in Wien: Rechte Politik und Klientelpolitik für Wenige zu beseitigen. In Wien und in ganz Österreich benötigt es eine Politik für Alle. Solidarität für Alle. Eine Gemeinsame Politik, die niemanden benachteiligt.
Wien ist eine Weltstadt. Sie rühmt sich als lebenswerteste Stadt. Jedoch politisch betrachtet spiegelt sie diese Weltstadt nicht wider.
Fast ein Drittel der in Wien lebenden Menschen sind auf Gemeinderatsebene nicht wahlberechtigt weil sie keine österreichische Staatsbürger*innenschaft besitzen. Sie leben hier, sind von der täglichen Politik betroffen aber sie sind von ihren politischen Rechten ausgeschlossen. Ihre Stimmen werden nicht gehört. Demokratie geht anders! Wahlrecht für alle.

In welchem Wien möchtest du bei der nächsten Wahl 2025 leben?
2025 möchte ich in einem solidarischen Wien, wo Politik von allen für alle gemacht wird, in einem Wien wo sich alle Wohnen leisten können und in einem klimafreundlichen Wien mit viel mehr Grünflächen und Fahrradwegen, leben. Zusammengefasst, in einem Wien, dass für alle die lebenswerteste Stadt ist.

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