christoph baumgärtel

Was motiviert dich politisch aktiv zu sein?
Die Globalisierung hat seit den 80er Jahren massive Ungerechtigkeiten geschaffen. Wenigen Reichen und privilegierten Großkonzernen steht eine große Zahl ausgebeuteter Menschen mit schlechten Chancen, prekären Lebensverhältnissen und wenig Mitsprache gegenüber.   

Was ist eine Aktion oder ein politisches Ereignis, das für dich prägend war? 
Schwarz-Blau1 unter Schüssel und Haider, war für mich die Initial-Zündung politisch aktiv zu werden. Ein Land, das Faschisten und Ex-Neo-Nazis in eine Regierung holt, und wie wir es auch heute wieder sehen daraus nichts lernt, bedarf Widerstand aus der Zivilgesellschaft. Und weil die Zivilgesellschaft einen starken Arm braucht, eine institutionelle Vertretung, brauchen wir auch politische Instrumente und eine Partei, die den politischen und gesellschaftlichen Gegendruck, gegen Rechts und gegen Kapitalismus, umsetzt.

Was sind deine Schwerpunktthemen und warum? 
Mehr Verteilungsgerechtigkeit und strikter Antifaschismus sind für meine wichtigsten Anliegen. Nur in einem Land in dem jede Stimme gleich viel zählt, kann es eine nachhaltige Gesundheit, eine faire Gesellschaft und Chancen für alle auf ein besseres Leben geben. Anstatt wie andere Parteien nur zu schwafeln und bei jeder Gelegenheit die Leute zu verraten, werden wir den Menschen zeigen was wir konkret für sie tun können um ihre Lebenssituation zu verbessern. Die Leute haben genug einerseits vom Rechtsruck, von ausbeutendem Turbo-Kapitalismus, und andererseits von einer schwachen, sinnentleerten und völlig unglaubwürdigen Opposition von angeblich roten, wahrheitlich jedoch Schicki-Micki und Luxusuhren-tragenden und porschefahrenden Bonzen ohne soziale Grundsätze. Geredet haben die anderen Parteien bereits genug, wir jedoch werden handeln. 

Was sind die Herausforderungen in deinem Grätzl? 
Floridsdorf zählt, wie auch bereits viele andere Bezirke in Wien, zu den abgeschlagenen Problemgebieten. Als rasch wachsender Flächenbezirk sind seine Menschen den spürbaren sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen und dem einhergehenden Verdrängungswettbewerb besonders ausgesetzt. Der angebliche Aufschwung der letzten Jahre ging an ihnen vorüber, es gibt starke Ungleichheit, soziale Gefälle und die gespürte Ungerechtigkeit wird jetzt in der Krise noch stärker. Zurecht sind viele WienerInnen und FloridsdorferInnen daher frustriert. Sie wohnen, leben und arbeiten in prekären Verhältnissen. Ein Leben an der Armutsgrenze und oftmals auch darunter. Die Herrschaften in der Bezirkspolitik haben dafür kein Ohr.

Welche Herausforderungen siehst du in Wien? Was möchtest du konkret verändern?
Wien muss transparenter werden. Freunderlwirtschaft und Milliardenbeträge die zum Vorteil einiger weniger Privilegierter irgendwo versumpern und tagtäglich passieren, müssen sofort beendet werden. Großkonzerne, Spekulanten und Super-Reiche müssen ihr Vermögen der Bevölkerung zur Verfügung stellen. Als ersten Schritt wollen wir einen freien Energiezugang für alle Menschen in Wien, d.h. einen freien Stom- und Gas-Sockel in Form eines Freibetrags sowie freies Wasser zur Senkung der Betriebskosten. Ich nenne das die „2-4-6-Grundversorgung“ für alle WienerInnen. Also 2000 Kilowatt freien Strom, 4000 Kilowatt freies Erdgas, sowie 60 Kubikmeter freies Wasser zum Leben. Damit niemand mehr im Winter ohne Heizung oder Abends ohne Strom im Kalten und Dunkeln sitzt, nur weil er/sie seine/ihre Rechung nicht mehr zahlen kann. Und wir müssen sofort die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel abschaffen. Es kann nicht sein, dass Nahrung, ein überlebenswichtiges Grundbedürfnis, besteuert wird. Der Grundbedarf für jede/n WienerIn muss gesichert sein.     

In welchem Wien möchtest du bei der nächsten Wahl 2025 leben?
Wir brauchen eine Grundsatzdebatte über Verteilungsgerechtigkeit und Chancengleichheit. Die 2-4-6-Grundversorgung ist der erste konkrete Schritt, eine Grundforderung, mit der wir in den Wahlkampf starten. Darüber hinaus werden wir eine wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Veränderung zum Vorteil der einfachen Leute umsetzen. Wir brauchen ein Wien, dass nicht mehr nur für Reiche und wohlhabende Touristen ein toller Platz zum Leben ist, sondern für alle Menschen in dieser Stadt. Gleichberechtigt, fair, sozial ausgewogen und mit Respekt.

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