bernhard gaishofer

Was motiviert dich politisch aktiv zu sein?
Jeder einzelne Lebensbereich angefangen bei Ausbildung, Arbeit und Freizeit bis hin zu Themen wie Wohnen oder Mobilität sind auf das Engste mit den herrschenden politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen verbunden. Insofern geht Politik alle etwas an, da jede/jeder täglich damit konfrontiert wird. Wenn man nun also eine konkrete Verbesserung der Lebensumstände möchte, ist es quasi ein Muss sich
politisch zu engagieren – und das motiviert auch mich dazu.

Was ist eine Aktion oder ein politisches Ereignis, das für dich prägend war?
Ein einzelnes konkretes Ereignis ist schwer zu nennen, wobei es schon zwei Ereignisse gab, welche mich stark (emotional) politisch geprägt haben. Einerseits die erste schwarz-blaue Regierung, welche ich zwar nur „nebenbei“ mitbekam, da ich damals noch recht jung war, wo man jedoch trotzdem die allgemeine gesellschaftliche Veränderung und den Widerstand dagegen gespürt hat. Andererseits die vielen SPÖ geführten Regierungen danach, welche mir, der ich aus einer eigentlich sozialdemokratischen Familie komme, sehr deutlich zeigten, dass es notwendig ist, dass man für eine wirklich fortschrittliche Politik links von SPÖ und Grünen aktiv sein muss. Das war für mich sehr politisierend und damals begann ich mich in der KPÖ zu engagieren.

Was sind deine Schwerpunktthemen und warum?
Zentral sind für mich vor allem zwei Themen: Einerseits Kommunalpolitik und andererseits Arbeitspolitik. Wieso gerade die? Weil gerade dies zwei politische Bereiche sind, die alle betreffen und in welchen es möglich ist konkrete und auch unmittelbare Veränderung durchzusetzen. Gerade die Auswirkung von kommunalpolitischen Entscheidungen ist tagtäglich zu spüren und auch der Bereich (Lohn-)Arbeit ist ja gezwungenermaßen ein großer Aspekt im Leben von vielen. Nicht vergessen werden darf natürlich, dass eigentlich eine grundlegende Veränderung des gesamten Systems notwendig für eine andere Gesellschaft ist, aber die zuvor genannten Bereiche bieten eine gute Möglichkeit konkrete Aktionen durchzuführen.

Was sind die Herausforderungen in deinem Grätzl?
Die Donaustadt ist der größte und einer der am schnellsten wachsenden Bezirke von
Wien. Damit verbunden sind natürlich viele Probleme, wobei ich denke, dass vor allem im Bereich Mobilität und (Wohn-)Bau viele Dinge verbessert werden müssen: Statt ökologisch und verkehrstechnisch sehr fragwürdige Bauprojekte („Stadtstraße“ in Hirschstetten, Lobautunnel,…), braucht es einen massiven Ausbau des öffentlichen
Verkehrssystems und statt Prestigebauprojekte für Spekulanten muss es zu einer wirklichen Offensive im kommunalen Wohnbau kommen. Natürlich gibt es noch viele andere Themen, aber diese sind natürlich nicht nur, aber gerade für die Donaustadt zentral.

Welche Herausforderungen siehst du in Wien? Was möchtest du konkret verändern?
Hier kann man eigentlich auch auf die vorherige Frage verweisen: Ich denke es braucht einen massiven Ausbau und auch langfristig gesehen eine kostenlose Öffi Benutzung – da das sowohl eine soziale als auch ökologische Frage ist. Auch bei der Baupolitik muss sich einiges ändern, hinsichtlich des Wohnbaus eine „Gemeindebauoffensive“, welche diesen Namen auch verdient und insgesamt strenge Kontrollen und Strafen für korrupte Immobiliendeals. Ebenso sind Maßnahmen notwendig um zum einen die politischen Vorgänge/Entscheidungen in den Bezirken und der Gemeinde an sich transparenter zu machen (und so auch gegen Korruption vorzugehen) und zum anderen Möglichkeiten zu schaffen sich besser in die Gemeindepolitik einzubringen.

In welchem Wien möchtest du bei der nächsten Wahl 2025 leben?
2025 wird es in Wien, so hoffe ich, in den Bezirken und im Gemeinderat eine starke fortschrittliche Kraft geben, die den etablierten Parteien in fünf Jahren starken Druck von Links gemacht hat und dazu beigetragen hat, dass Wien eine Stadt ist in der alle Menschen (und nicht nur ein kleiner Teil) ein sozial abgesichertes, gesundes ,solidarisches und sorgenfreieres Leben führen können.

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