anna László

Was motiviert dich politisch aktiv zu sein?
Die Hoffnung etwas verändern zu können und der Gedanke, meine Wut gegen die Zustände produktiv nutzen zu können. So problematisch und wenig progressiv Vaclav Havel auch ist, inspiriert mich folgendes Zitat von ihm: „Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn macht, egal wie es ausgeht“ – Politisch aktiv zu sein ist für mich damit, nicht nur an kurzfristigen Zielen wie Wahlerfolgen zu arbeiten, sondern ebenso, wenn nicht sogar mehr, an langfristigen Zielen.

Was ist eine Aktion oder ein politisches Ereignis, das für dich prägend war?
Auf jeden Fall unibrennt 2009 <3 – hier hab ich zum ersten Mal gesehen und miterlebt was viele unterschiedliche Menschen gemeinsam erreichen können und was für eine Veränderungskraft daher in gemeinsamem, kollektiven Handeln liegen kann. 

Was sind deine Schwerpunktthemen und warum?
Stadtplanung und Recht auf Stadt für alle, Klimapolitik, Umweltschutz, sozial-ökologische Transformation, Feminismus – weil es keine Rückkehr zu einer bisherigen, scheinbaren „Normalität“ braucht, sondern eine konsequente sozial-ökologisch-feministische Transformation von Gesellschaft und Wirtschaft, und damit auch von Stadt. Nicht nur einzelne kühle Straßen, sondern kühle, lebenswerte Städte für alle mit Wohnraum, öffentlichen Räumen, sozialer Infrastruktur (Bildung, Gesundheit etc.) und Chancen für alle, egal wo sie geboren wurden, wie sie aussehen, welches Geschlecht und welche (Aus-)Bildung sie haben – kurz gesagt: eine Stadt, die Platz für alle hat, egal wie oft sie schon ihr Konto überzogen haben. 

Was sind die Herausforderungen in deinem Grätzl?
Eigentlich sind es generelle, für ganz Wien relevante Themen: der Zugang zu leistbarem Wohnen, konsumfreien, öffentlichen und grünen Räumen, egal ob mensch im 18. oder im 15. Bezirk lebt. 

Welche Herausforderungen siehst du in Wien? Was möchtest du konkret verändern?
Wie gesagt, Grätzl-Themen sind auch Wien-weite Themen: leistbares Wohnen, Zugang zu konsumfreien, öffentlichen und grünen Räumen. Außerdem: eine aktive Leerstandspolitik, eine Bildungspolitik, die für Chancengleichheit aller Bevölkerungsgruppen sorgt, Förderung eines guten, vielfältigen Zusammenlebens. 

In welchem Wien möchtest du bei der nächsten Wahl 2025 leben?
In einem Wien, in dem Vielfalt geschätzt und gefördert wird. In einem Wien, in dem nicht nur das Kind, das in der U-Bahn fließend Französisch spricht, bestaunt wird, sondern ebenso das neben ihm sitzende Kind, das fließend Türkisch spricht.  In einer Stadt, die den Klimawandel und Umweltschutz ernst nimmt und entsprechende Maßnahmen setzt, die für ein gutes Zusammenleben unterschiedlicher Menschen und die Förderung von Verständnis unter- und füreinander sorgt. Einfach im grantigen, aber weltoffenen und ultimativ gutherzigen Wien, in dem ich als Migrantinnenkind aufgewachsen bin.

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