LINKSTALK: WOHNUNGEN STATT LAGER! ANTWORTEN VON LINKS

LINKSTALK: WOHNUNGEN STATT LAGER! ANTWORTEN VON LINKS

LINKS lädt zum 9. Online-Talk anlässlich der Corona-Krise.
Das Treffen findet online statt.
Wann: Samstag, 16.5.2020 um 18:00 Uhr
Wo: Online via ZOOM, Meeting-ID: 973-3095-5746

Wohnungen statt Lager! Antworten von LINKS

Mit den Berichten über skandalöse Zustände in Bergheim, Traiskirchen, Erdberg und jetzt in den Wiener Messehallen vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie ist die Situation in Lagern für geflüchtete Menschen in Österreich seit langem wieder in den Blick einer breiteren Öffentlichkeit gerückt. Bislang trauriger Höhepunkt dieser Situation ist, dass eine Person aus dem Lager von Traiskirchen an Covid-19 verstorben ist, nachdem die Menschen dort wochenlang sehenden Auges dem Infektionsrisiko überlassen wurden.

Das strukturelle Problem ist jedoch alles andere als neu: Seit vielen Jahren sind immer wieder Menschen in Lagern wie Traiskirchen verstorben, weil sie an den Bedingungen der Unterbringung dort zerbrochen sind. Lager machen krank – körperlich wie psychisch. Eine Gesellschaft, die Menschen rassistisch und nach Aufenthaltsstatus unterteilt, braucht Lager als Regime des Ein- und Ausschlusses und der Kontrolle. Eine demokratische Gesellschaft, welche tatsächlich auf das immer wieder genannte Ziel der Integration hinarbeitet, steckt Personen nicht in Lager, sondern lässt sie möglichst selbstbestimmt leben! Diese Politik der Ausgrenzung und Isolierung, die Geflüchteten Menschen- und Grundrechte verwehrt, bleibt zudem fast gleich, egal ob im Roten Wien, in schwarzen oder auch grünen Gemeinden.

Gegen genau dieses Lagerregime leisten geflüchtete Menschen und Migrant*innen seit Jahren immer wieder Widerstand: In oft unsichtbar bleibenden Alltagskämpfen oder in Hungerstreiks, in Protestbewegungen wie dem Marsch 2012 von Traiskirchen nach Wien, den Protesten in Traiskirchen oder Linz im Sommer 2015, im Protest gegen Abschiebungen von afghanischen Geflüchteten im Sommer 2017 oder dem Hungerstreik im Rückkehrzentrum Fieberbrunn/Bürglkopf im Sommer 2019.

Jetzt in der Corona-Zeit wehren sich Menschen in Traiskirchen oder im Quarantänelager in der Messehalle, indem sie Bilder und Informationen über die gesundheitsgefährdenden Zustände und die Freiheitsbeschränkung an die Öffentlichkeit tragen, oder wie zuletzt auf dem Gelände der Messehalle gemeinsam protestieren. Sie fordern eine dezentrale, sichere und menschenwürdige Unterbringung, wo Hygieneinfrastruktur und Privatsphäre sichergestellt sind. Sogar von ärztlicher Seite wird bestätigt, dass die medizinische Versorgung untragbar ist. Weiters erhoben zwei Betroffene Maßnahmenbeschwerden gegen den polizeilichen Befehl, das Lager Traiskirchen nicht zu verlassen, um gegen die diskriminierende Verordnung der Bezirkshauptmannschaft Baden juristisch vorzugehen.

Es ist eine Herausforderung für antirassistische und migrantische Bewegungen, in gemeinsamen Kämpfen dem Lagerregime die gesellschaftliche Legitimation zu entziehen und für das Recht auf selbstbestimmtes und menschenwürdiges Wohnen Aller zu kämpfen.

Wie das gehen kann und welche Forderungen LINKS in einem Wahlprogramm für Wien formulieren soll, diskutieren u.a.:
-> Ein Bewohner des Erstaufnahmelagers Traiskirchen
-> Eine Person, die aktuell in der Messehalle in Quarantäne eingeschlossen ist
-> Ein*e Aktivist*in der Initiative gegen Rückkehrzentren
-> Vertreter*innen der LINKS Interessensgruppe Flucht & Migration

Das Treffen ist offen für alle: Wir wollen eure Themen hören, sammeln, gemeinsam Forderungen formulieren und Alternativen entwickeln. Die Veranstaltung ist zwar auf Deutsch, es kann aber auch auf Englisch diskutiert werden. Gebt Freund*innen, Verwandten und Bekannten Bescheid!

Weiterführende Infos:
Initiative gegen Rückkehrzentren
https://www.rueckkehrzentrenschliessen.org
Unterstützenswerte Kundgebung am Sonntag, 10. Mai um 15 Uhr:
Solidaritätskundgebung mit den Menschen im Messe-Quarantänelager
Messe Wien, Halle C, Vorgartenstrasse 206A

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