#ichbinlinks – Regina
© Mila Zytka

#ichbinlinks – Regina

“Vor einer Woche wurden es fünf Jahre, dass ich meine Wohnung verlor. In zwei Wochen werden es auch fünf Jahre her sein, dass ich meinen Freund kennenlernte. So heben sich die schlechten und guten Erinnerungen gegenseitig auf.

Damals habe ich von Wohnungslosen-Initiativen in Deutschland erfahren und wollte wissen, was sie tun. Ich lernte mit der Zeit viele Aktivist*innen kennen. Irgendwann dachte ich mir, wenn dich das so stört, dann tu doch auch selber was. Vor zwei Jahren gründete ich dann mit meiner Tochter Hope Austria. Es sollte nicht mehr über die Betroffenen gesprochen werden, sondern wir für uns selbst. Wenn man Menschen abspricht, für sich selber entscheiden zu können, werde ich einfach rebellisch. Es werden einfach immer mehr Leute sich die Wohnung nimmer leisten können und das kann man nicht totschweigen. Dass viele nicht wissen, ob sie Miete zahlen oder was essen sollen, darf in einer sogenannten Menschenrechtsstadt nicht sein. Dass man Menschen, die nicht seit den Neandertalern in Österreich leben, bei den Mieten bescheißt, das geht einfach nicht. Dass dann auch noch Wohnungen leer stehen, das kann mir niemand erklären.

Wie ich aus dem Weinviertel nach Wien kam, war ich froh, dass wir eine Frauenministerin hatten, weil ich ein Frauenhaus gebraucht habe. Ich dachte “Endlich wieder in Ruhe schlafen!”. Ich war dann lang SPÖ-Wählerin. Mittlerweile nimmer, es geht denen ja nur mehr um Posten und nimmer um ihre Ideale. Viele Leute, die ich kenne, gehen gar nimmer wählen, denn wen sollten sie denn wählen, die anderen sind ja auch nicht besser.

Links sein heißt für mich für die Menschen da sein. Wenn ich nur dran denke, wie schnell Banken gerettet werden, während so wenig für die Menschen gemacht wird, die nichts haben und Unterstützung brauchen. Ich glaube, dass die etablierten Parteien kein Interesse daran haben, was gegen Armut zu tun, weil sie alle gut daran verdienen, dass es Armut gibt. Da ist Links einfach viel besser drauf.”

Regina Amer ist Mutter, Oma, Alleinerziehende, Pensionistin, Aktivistin, Gründerin der Wohnungslosen-Selbstorganisation Hope Austria, Feministin, Revolutionärin. Regina ist LINKS.

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Foto: Mila Zytka

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