#ichbinlinks – Himali
© Mila Zytka

#ichbinlinks – Himali

„Wenn mich früher Leute fragten, wie es war, als Kind von Migrant*innen in Österreich aufzuwachsen, sagte ich immer, ich hatte eine Bilderbuch-Kindheit. Erst spät verstand ich, dass Rassismus viele Formen hat, die ich selbst nicht immer als solche wahrnahm.

„Woher kommst du?“ fragten mich Leute oft und ich antwortete „Sri Lanka“, obwohl ich nie dort gelebt hatte. Ich wusste, das war das, was sie von mir hören wollten. Als ich mich später dazu entschied, doch mit „Graz“ zu antworten, war es am Anfang unangenehm, aber die verschiedenen Reaktionen darauf waren interessant und haben mir gezeigt, dass allein meine Antwort das Gegenüber dazu bringen kann, nachzudenken, was diese Frage bedeutet – und im besten Fall auch bewirkt, umzudenken.

Der Besuch in einem Flüchtlingsheim als ich 18 war, brachte mich dazu, Internationale Entwicklung zu studieren. Dort im Heim zu sehen, wie viele junge Menschen zum Warten und Nichtstun gezwungen sind, prägte mich sehr. Das war eines der Dinge, bei denen ich dachte, das gehört geändert und ich möchte etwas beitragen.

Ich gab bei der UNO Menschenrechtsführungen, sprach mit jungen Leuten über Flucht und Fluchtgründe, war an der Uni in der Basisgruppe, besuchte Demos in Wien, gegen den WKR Ball, gegen Rechts. All das hat mich weiter politisiert. Dann ging ich fast jede Woche auf die Donnerstagsdemos und durch die Personen, die ich dort kennenlernte, kam ich zu LINKS.

Oft sind wir erdrückt vom Gefühl, dass sich zu wenig ändert und man selbst zu wenig tun kann. Links sein heißt für mich, zu erkennen, dass wir alle etwas beitragen können – und sei es im Kleinen. Links sein ist, sich mit anderen zusammenzuschließen und damit anzufangen, gemeinsam etwas zu verändern.”

Himali ist Migrant*innenkind und Österreicherin, Aktivistin, leidenschaftliche Demonstrantin, Mitarbeiterin des Österreichischen Wissenschaftsfonds. Himali ist LINKS.

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