Liesing

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Unsere Kandidat*innen für Liesing

Barbara Stefan

Entlohnung von Sorge- und Pflegearbeit für alle, die sich Vollzeit um andere Menschen kümmern

Ich bin eine der 30.100 Alleinerziehenden in Wien und war lange arbeitslos. Ich weiß, was es bedeutet, dem AMS Rede und Antwort stehen zu müssen, während man dazu angehalten wird, so zu tun, als wäre man genauso leistungsfähig wie eine Person ohne Kind(er) oder Pflegeverantwortung. Als Mutter hackelt man die ganze Zeit, ohne dass die Arbeit überhaupt als Arbeit anerkannt wird.


Deswegen setze ich mich für einen Lohn für Reproduktionsarbeit ein. Es geht darum, Sorge- und Pflegearbeit als vollwertige Arbeit anzuerkennen – durch einen sozial- und pensionsversicherten Lohn. Die Forderung nach der Entlohnung von Haus- und Carearbeit soll und kann Einrichtungen wie Kindergärten und Ganztagsschulen nicht ersetzen. Denn es braucht nicht nur einen Lohn, sondern auch eine maximale Arbeitszeit, Pausen, Erholung und Freizeit, wie es für alle anderen Arbeiter*innen auch vorgesehen ist – es geht um die Anerkennung dieser Arbeit als vollwertige Arbeit.

Das muss mehr sein als ein „Dankeschön“ am Muttertag. Damit Mütter, Alleinerziehende oder Eltern die Berufstätigkeit nicht davon abhängig machen müssen, ob sie sich Kinderbetreuung leisten können, braucht es einen Rechtsanspruch auf kostenlose Kinderbetreuung in Kindergärten, wo man sich keine Sorgen machen muss, das die Pädagog*innen wegen Überlastung umkippen. Und schließlich geht es auch um gemeinsame Verantwortung – zum Beispiel in Gemeinschaftswohnprojekten, wo sich mehrere die Sorge- und Pflegearbeit aufteilen können.

Ich kämpfe für ein Leben, in dem ich ohne Druck und Stress einer Arbeit nachgehen kann und viel Zeit habe, mit meiner Tochter die Welt wieder neu aus Kinderaugen zu entdecken.

Keivan Amiri

Wahlrecht für alle Wienerinnen sowie Gerechtigkeit und ein besseres Leben für alle!

Seit vielen Jahren lebe und arbeite ich in Wien und engagiere mich politisch. Als Taxler habe ich den Taxistreik im Jahr 2015 gegen den FPÖ-Akademikerball mitbegründet und im gleichen Jahr beim Flüchtlingskonvoi von Ungarn nach Wien mitgeholfen. Zu den Wienwahlen 2015 bin ich als Kandidat für Wien Andas und für die KPÖ angetreten.

Besonders ungerecht finde ich, dass ein Viertel der Wiener*innen nicht wählen dürfen, weil sie nicht die „richtige“ Staatsbürgerschaft haben. Das ist ein Skandal; das muss laut gesagt werden! Wir brauchen ein Citizenship-Wahlrecht, denn wer in Wien lebt, soll auch hier wählen dürfen – ohne wenn und aber – und dafür kämpfe auch ich auch dieses Jahr. Die einen von uns müssen 50 Stunden und mehr arbeiten, damit sie normal leben können, die anderen sind arbeitslos und es werden immer mehr. So darf es nicht sein!
Arbeitszeitverkürzung, mehr Urlaub für alle und ein bedingungsloses Einkommen sind keine „Schnapsideen“ wie von der Regierung behauptet wird, sondern wichtige Maßnahmen gegen Armut und für soziale Gerechtigkeit besonders in Zeiten, wie wir sie heute erleben.

Olivia Requat

Ein sicheres Wien für alle, die von struktureller Diskriminierung betroffen sind

Als queere Frau weiß ich, was es bedeutet, wenn der öffentliche Raum mit Angst und Unsicherheit verbunden ist. Es ist nicht lange her, dass ich und eine Freundin von zwei Polizist*innen dazu angehalten wurden, uns weniger intim voneinander zu verabschieden. Das darf nicht passieren.

Weder deine Sexualität noch deine Herkunft oder deine Hautfarbe darf ein Grund dafür sein, den Platz einzuschränken, der dir im Alltag, im Berufsleben und in der Freizeit zusteht. Aber Diskriminierung – verbreitet und legitimiert über Medien und herrschende Politik – wird nicht automatisch verschwinden. Wir müssen Netzwerke schaffen, uns stärken und gemeinsam gegen eine Politik auftreten, die Minderheiten bewusst gegeneinander ausspielt. So können wir zeigen, dass Wien erst dann zur lebenswertesten Stadt wird, wenn sich alle hier sicher fühlen.

Unser Bezirksprogramm

Pflegearbeit

Hausarbeit, Pflege und Kinderbetreuung als Arbeit anerkennen

10% der Wiener*innen sind Kinder bis zu 10 Jahren. Ihre Betreuung und sämtliche andere Hausarbeit müssen anerkannt werden – und nicht nur am Muttertag! Hausarbeit darf nicht mehr auf Kosten der finanziellen Absicherung geleistet werden!
Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

Einerseits braucht es ein gutes Angebot, dass Haushalte entlastet werden durch professionelle Hilfe in der Pflege und durch Kinderbetreuungsarbeit. Dafür ist eine gute Bezahlung und Ausbildung der Angestellten im Bereich Pflege und Kinderbetreuung notwendig. So bekommen pflegende und betreuende Familienangehörige die Möglichkeit, erwerbstätig zu werden, wenn sie es wollen.

Andererseits bedeutet Anerkennung, dass Hausarbeit – wie andere Arbeitsverhältnisse auch – entlohnt wird, inklusive Pensions- und Sozialversicherung. Daher fordern wir 1950,00 € netto für alle, die sich Vollzeit um andere Menschen kümmern.

Arbeitszeitverkürzung

Arbeitszeitverkürzung auf 30h/Woche bei vollem Lohnausgleich

Arbeitszeitverkürzung bedeutet nicht nur eine bessere Verteilung der Arbeit und Sicherung von Arbeitsplätzen, sondern auch eine Verbesserung der Lebensqualität insgesamt.

Arbeitsplätze zu sichern ist vor allem nach Corona eines der wichtigsten Anliegen.

Arbeitszeitverkürzung beugt Krankheiten vor, die durch übermäßigen Stress entstehen. Mehr Zeit bedeutet mehr Zeit für Sport oder andere Aktivitäten. Das wiederum entlastet das Gesundheitssystem.

Arbeitszeitverkürzung bedeutet, mehr Zeit mit Kindern, Familie und Freunden verbringen zu können.

Arbeitszeitverkürzung ist auch gut für Umwelt und Klima. Zum Beispiel kann man sich mehr Zeit auf dem Weg zur Arbeit lassen und fährt dann doch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, statt genervt im Auto durch die Stadt zu jagen. Lohnarbeit darf nicht rund um die Uhr unser Leben bestimmen – stattdessen müssen Bedürfnisse der Menschen, wie das Bedürfnis nach Erholung, selbstbestimmter Freizeitgestaltung und aktiver Teilnahme an politischen Aktivitäten, einen höheren Stellenwert bekommen.

Soziale Sicherheit

Soziale Sicherheit durch Rechtsanspruch auf unbürokratische Existenzsicherung und eine Mindestpension von 1.500,00 € im Monat

Was tun bei Arbeitslosigkeit? Wie mit der Pension zurechtkommen, die unter der Armutsgrenze liegt?

Jede und jeder ist Teil der Gesellschaft und hat ein Recht auf soziale Sicherheit – niemand soll sich sorgen, dass zu wenig Geld für Miete und Heizung da ist oder für andere lebensnotwendige Dinge.

Niemand darf durch Wartezeiten, unübersichtliche Anträge und Formulare auf den Ämtern schikaniert werden.

Über LINKS Liesing

Wir zahlen nicht für eure Krise – Anerkennung von Pflege- und Betreuungsarbeit

Liesing ist ein „junger Bezirk“ – nur ein Viertel der Bevölkerung ist älter als 65 und fast 20% sind Kinder bis 14 Jahre. Doch auch hier sind die Wirkungen der Krise spürbar und erfahrbar, wenn man sich mit Eltern – vor allem Müttern – auf den vielen Spielplätzen unterhält.

Als Bezirksgruppe haben wir uns damit auseinandergesetzt, was Kinderbetreuung, Pflege und Hausarbeit bedeuten, wenn sie unentgeltlich geleistet werden. Diese anstrengende Arbeit geht auf Kosten der finanziellen Absicherung von zumeist Frauen und auf ihre Gesundheit. Besonders hart trifft es Alleinerziehende und prekär Beschäftigte. Langzeitfolgen sind niedrige Pensionen und Erkrankungen.

Uns ist bewusst, dass Verantwortung vor allem Müttern, Alleinerziehenden und Eltern zugeschoben und viel zu wenig Hilfe bei Problemen angeboten wird. Zum Beispiel werden kostenlose Kindergartenplätze von der Stadt Wien nur an Kinder berufstätiger Eltern vergeben – gleichzeitig muss man bei Arbeitslosigkeit nachweisen, dass das Kind betreut wird, ansonsten gibt es kein Arbeitslosengeld.

Mit Corona haben sich durch Homeoffice und steigende Arbeitslosigkeit neue Probleme ergeben. Vor allem die Betreuung der Kinder bei Schließung von Schulen und Kindergärten führt zu großer Überlastung. Hinzu kommt die Unsicherheit, ob der Arbeitsplatz gesichert ist oder wie man in der Arbeitslosigkeit über die Runden kommen soll.
Anerkennung von Reproduktionsarbeit, Arbeitszeitverkürzung und Existenzsicherung sollen mehr in den Mittelpunkt der Politik gerückt werden.

Die Kandidat*innen

  1. Mag. Mag. Barbara Stefan
  2. Keivan Amir Amiri
  3. Olivia Requat
  4. Karin Hädicke
  5. Camilo Molina Xaca
  6. Sophie Bitter-Smirnow
  7. Dr. Friedrich Schiller

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